Was „privater Parcours“ beim Fahren bedeutet
Das Wichtigste an diesem Gelände ist die Frage, wem es gehört: privates Offroad-Terrain im Hinterland der Küste von Side, das zu keinem Straßennetz gehört. Kein Gegenverkehr, keine Kreuzungen, keine Vorfahrtsregeln, keine Schilder. Und Ihre Linie suchen Sie sich auch nicht selbst – die Strecke ist die, die der Guide vor Ihnen fährt.
Deshalb ist kein Führerschein erforderlich: Ein privater Offroad-Parcours ist keine öffentliche Straße. Verlangt wird an der Basis etwas anderes – mindestens 16 Jahre, ein Ausweis als Altersnachweis, Informationseinweisung und Sicherheitseinweisung, Fahrzeugeinweisung, Probefahrt und die Freigabe des Guides.
Waldwege, Erdpisten und ein Untergrund, der nie eben ist
Die Beschreibung des Veranstalters für diesen Parcours ist kurz und ganz unpathetisch, und wir halten uns Wort für Wort daran: Waldwege und Erdpisten, Staub, Schlamm, unebenes Gelände, kleine Bachdurchfahrten und Wasserstopps. Diese Liste ist das Gelände; auf dieser Seite kommt nichts dazu. Sie ist allerdings eine Aufzählung und kein Streckenplan – in welcher Reihenfolge das alles kommt, legt sie nicht fest.
Unebenheit sollten Sie wörtlich nehmen. Der Untergrund wechselt ständig – lose Erde, Steine, Senken, in die das Fahrzeug hineinfällt und aus denen es wieder heraussteigt –, und auf den ganzen 18 km kommt davon alles im Sitz an. Gefragt ist weniger Können als Ausdauer. Genau deshalb empfiehlt der Veranstalter die Safari nicht in der Schwangerschaft, nach kurz zurückliegenden Operationen oder bei Herzerkrankungen, und deshalb wird Gästen mit Rücken- oder Nackenproblemen der Beifahrersitz nahegelegt – im selben Fahrzeug, über denselben Untergrund.
Trockener und nasser Untergrund sind zwei verschiedene Strecken
Ein Parcours, zwei Zustände. Trocken ist die obere Schicht locker und staubig: Sie hebt sich, wenn Sie durchfahren, und was das Fahrzeug vor Ihnen aufgewirbelt hat, steht noch in der Luft, wenn Sie dort ankommen. Genau deshalb geht es beim Abstand aus der Sicherheitseinweisung nicht nur um den Bremsweg – er ist das, was Ihnen den Blick auf den Boden lässt, über den Sie als Nächstes fahren.
Nass hält dieselbe Schicht zusammen und hält Wasser: Schlamm an den Wasserstopps, an den kleinen Bachdurchfahrten und überall dort, wo der Boden tiefer liegt. Versprochen wird Ihnen keiner der beiden Zustände. Auf der Liste des Veranstalters stehen Staub und Schlamm ohne jede Mengenangabe, denn Jahreszeit, Wetter der letzten Tage und Zustand des Bodens entscheiden, welche Variante Sie erwischen. Packen Sie für die nassere: alte Kleidung in dunklen Farben, geschlossene Schuhe. Umkleidekabinen und Duschen an der Basis sind inklusive, der Helm ebenfalls; Schutzbrille und Bandana werden an der Basis verkauft und sind nicht im Preis enthalten.
Im Konvoi ist das Fahrzeug vor Ihnen die Vorschau auf den Boden
Den Weg über diesen Parcours suchen Sie sich nicht selbst. Der Guide fährt vorn, die Gruppe folgt in einer Linie, und wie das geht, steht in der Sicherheitseinweisung: Abstand halten, nicht überholen, dort anhalten, wo der Guide anhält, ein Tempo fahren, das Untergrund und Gruppe zulassen, und auf die Zeichen des Guides achten statt nur auf das Fahrzeug davor.
Das Fahren in der Linie hat einen Vorteil, auf den an der Basis niemand hinweist: Alles, was der Parcours mit Ihnen macht, macht er zuerst mit dem Fahrzeug vor Ihnen. Wo es einsinkt, wo es langsamer wird, welche Seite der Piste der Fahrer nimmt – das ist der Boden, der Ihnen vorher sagt, was er tut. Halten Sie genug Abstand, um daran vorbeizusehen, dann haben Sie diese Vorschau; kleben Sie am Heck, bleibt Ihnen nur sein Staub. Und eine lange Linie sammelt sich langsamer als eine kurze – einer der Gründe, warum wir die Fahrt als Strecke angeben und nicht als Zeit.
Was der Untergrund mit Ihrem Fahrstil macht
Offroad-Fahren heißt vor allem, zu lesen, was kommt, und davor vom Gas zu gehen – nicht mitten in der Passage gegen das Fahrzeug zu arbeiten. Aufrecht sitzen, beide Hände dort, wo die Einweisung sie hingelegt hat, und vor der rauen Stelle langsamer werden, nicht in ihr.
Die Bedienung macht es leichter, als es klingt. Der Buggy fährt mit Automatik: ein Lenkrad und Pedale, nichts zu schalten, nichts, was absterben kann. Das Quad hat einen Lenker und ein Daumengas. Beides wird Ihnen nicht zum ersten Mal draußen auf der Strecke erklärt – Fahrzeugeinweisung und Probefahrt sind dafür da, dass die erste unebene Passage nicht auch Ihre erste Minute am Steuer ist.
Was auf dieser Seite absichtlich fehlt
Veröffentlicht ist eine einzige Zahl: Die Strecke ist 18 km lang, so die Angabe des Veranstalters. Steigungen, eine Rundenzahl oder eine Fahrzeit zur Basis finden Sie hier nicht. Nichts davon ist gemessen, und diese Website veröffentlicht nur, was sich in den Unterlagen des Veranstalters belegen lässt – aus demselben Grund wird unterwegs kein Dorf, keine Straße und kein Aussichtspunkt namentlich genannt.
Der Rahmen um die Fahrt steht dagegen fest. Abholung am Hotel und Rückfahrt dorthin sind in jedem Preis enthalten. Es gibt drei Abfahrten: 08:00, 11:00 und 13:00 – das ist jeweils die Abfahrtszeit an der Basis und nicht Ihre Abholzeit am Hotel. Ihre Abholzeit liegt früher, richtet sich nach Hotel und Route des Tages und wird mit der Buchung bestätigt.